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Steckbrief (Zwerg-)Kaninchen Rudeltiere - für Einzelhaltung ungeeignet (in der Paarhaltung: kastriertes Böckchen mit Weibchen oder
zwei Weibchen, oder nur kastrierte Böckchen), werden auch bei Paarhaltung schnell handzahm Handling: Umfassen mit beiden Händen! -
Nie an den Ohren hochheben! Nicht
so problemlos, wie oft angenommen: Schreckhaftigkeit, Beißen, Kratzen, großes Bewegungsbedürfnis, verstärkt bei Weibchen.
Zu einem erwachsenen Tier paßt am besten ein erwachsenes Tier. Der weitverbreitete Irrtum zu einem erwachsenen Tier würde sich am einfachsten ein Jungtier gesellen lassen ist nicht richtig. Hier treten zusätzliche Vergesellschaftungsprobleme wegen der körperlichen Unterlegenheit des Jungtieres auf. Von der Haltung von unkastrierten Böckchen kann eigentlich nur abgeraten werden. Böckchen sollten, falls nicht medizinische Gründe dagegen sprechen, unbedingt kastriert werden. Falls das zu gefährlich ist weil das Tier krank oder sehr alt ist kann man versuchen ein kastriertes Weibchen (wo die Kastration z.B. wegen einer Gebärmuttervereiterung etc. gemacht wurde) zu bekommen. Ein Weibchen extra kastrieren zu lassen ist allerdings viel zu riskant. Es gibt natürlich immer auch Ausnahmen, sicher vertragen sich auch mehrere Weibchen nach einer längeren Eingewöhnungszeit in einem ausreichend großen Gehege mit der Möglichkeit sich aus dem Weg zu gehen, oder zwei kastrierte Böckchen. Allerdings ist es nicht die optimale Kombination und die Tiere wären mit einem verschieden geschlechtlichen Partner meist glücklicher. Probleme bei der Vergesellschaftung von Kaninchen entstehen fast immer durch nicht artgerechte Haltung in zu kleinen Käfigen. Pro Kaninchen sollte ein Platzangebot von 2qm bestehen! Da man bei zwei Kaninchen dann schon einen Käfig mit 4qm Platz benötigt sind die handelsüblichen Käfige also völlig ungeeignet. Gute Gehegebeispiele findet man hier, oder bei: www.kaninchengehege.de www.kaninchengehege.com
Wer nun meint er könnte sein neues Tier einfach in den Käfig des vorhandenen Tieres stecken wird schnell eines besseren belehrt.
Auch Tricks wie den Käfig gründlich zu reinigen und neu zu dekorieren helfen nur wenig. Beide Tiere mit Parfum zu besprühen ist Tierquälerei. Man sollte den Tieren die Gelegenheit geben sich
in einem großen Gehege/Zimmer frei zu bewegen und in Ruhe kennenzulernen. Achtung Käfigoberteil entfernen, sonst wird der Käfig zur Sackgasse und es kann zu Bißverletzungen kommen.![]() Bis die Tiere sich aneinander gewöhnt haben, was zwischen einem bis zu vierzehn Tagen und mehr dauern kann ist es nicht möglich sie in einen kleinen Kaninchenkäfig ohne Ausweichmöglichkeit zu stecken. Vergesellschaftung:
Begegnen sich die Kaninchen zum ersten mal wird die Rangordnung geklärt, es kommt zu teils heftigen Rangeleien, bei denen die Tiere die Möglichkeit haben müssen sich aus dem Weg zu gehen. Dabei fliegen auch schonmal ganz schön die Fetzen. Einschreiten sollte man aber nur wenn es zu blutenden Verletzungen kommt oder man sich ernsthaft um die Gesundheit eines der Tiere sorgen machen muß. Es ist normal daß die Tiere aufgrund von Dominanzverhalten gegenseitig aufreiten. Das Tier das aufreitet ist dabei das dominante Tier und nicht zwangsläufig das Männchen. Dieses Verhalten ist der Art entsprechend und man sollte sich nicht einmischen damit die Tiere die Rangordnung dauerhaft klären können. Wichtig ist daß man die Kaninchen nicht wieder trennt, auch nicht über Nacht. Hat man mit der Vergesellschaftung begonnen sollten die Tiere immer zusammen bleiben. Anfangs kann man sie nicht zusammen in einen Käfig stecken sondern muß sie z.B. in einem Zimmer frei laufen lassen. Man sollte darauf achten daß jedes Kaninchen an Futter und Wasser gelangen kann. Allerdings sollte man nur eine Futter und Wasserstelle bereithalten damit sich die Kaninchen begegnen müssen und nicht nebeneinander herleben ohne sich aneinander zu gewöhnen.
Sollte auch noch zwei Wochen noch kein Frieden eingekehrt sein, was in Ausnahmefällen vorkommen kann, gibt es noch etwas was man probieren kann. Nähere Infos auf Anfrage Falsch ist es die Kaninchen langsam aneinander gewöhnen zu wollen. Hier wird der Rangordnungskampf immer wieder aufs neue entfacht, es kehrt nie oder nur viel langsamer Frieden ein. Das häufigste Problem bei der Kaninchenvergesellschaftung ist daß die Besitzer das Verhalten der Tiere vermenschlichen und aus Mitleid, meist mit dem Tier das sie schon länger haben, die Tiere trennen. Dabei Verhalten sich die Tiere ganz normal wenn sie sich anfangs fetzen, man sollte versuchen das zu akzeptieren und die Tiere zusammenlassen. Aus diesem Grund hört man auch immer wieder die alte Mär vom unverträglichen Kaninchen. Dies ist nach meinen Erfahrung bei maximal einem Prozent der Tiere der Fall, und glauben Sie mir: Ihr Kaninchen gehört nicht dazu! Diese Mär dient auch in vielen Fällen dazu die Einzelhaltung von Kaninchen zu rechtfertigen Mein Kaninchen ist unverträglich!, und man braucht kein schlechtes Gewissen zu haben weil man es entgegen seinen Bedürfnissen allein hält. In Wirklichkeit ist es aber eigentlich immer so daß man die Vergesellschaftung halt nicht wie oben beschrieben vorgenommen hat oder es an der nötigen Geduld hat mangeln lassen. Sicher gibt es auch Fälle wo die Chemie zwischen den Tieren nicht stimmt und eine Vergesellschaftung auch mit viel Geduld nicht klappen will, dann kann es ratsam sein die Vergesellschaftung mit einem anderen Tier zu probieren. Besonders weibliche Kaninchen verteidigen gerne ihr Revier, sprich ihren Käfig oder das Gehege. Deshalb ist es besonders wichtig daß die erste Begegnung auf neutralem Territorium stattfindet. Die früher oft angepriesene Kafigtauschmethode birgt folgende Gefahren: Setzt man die Tiere aber abwechselnd in die Reviere des jeweils anderen, so ist es den Tieren nicht möglich die Rangordnung zu klären, es kann zu einem Aggressionsstau kommen, da ein fremdes Tier im eigenen Revier war, aber keine Abklärung der Rangordnung stattfinden kann. Das wiederum kann dann ins genaue Gegenteil des eigentlich Gewollten umschlagen und bei einem Aufeinandertreffen stärkere Aggressionen hervorrufen. Ähnlich verhält es sich zum Beispiel auch, wenn man die Tiere mit Streu aus dem Gehege des jeweils anderen abreibt. Hier findet eine vorübergehende Überdeckung des Geruchs statt. Vielleicht vertragen sich die Tiere anfänglich, wenn der Eigengeruch aber nun wieder stärker durchtritt, kann es zu verspäteten Kämpfen unter den Tieren kommen. Fazit:
Sollte jemand Probleme bei der Gewöhnung der Tiere aneinander haben kann er mich gerne anmailen. Belohnung: Hat man die schwierige Phase der Eingewöhnung überstanden so wird man natürlich reichlich belohnt. ![]() Nach dem Kampf kommt die große Liebe. Haben sich die Kaninchen aneinander gewöhnt kuscheln und schlafen sie zusammen, lecken sich liebevoll und wirken sehr zufrieden, also nicht die Geduld verlieren, denn Wer seinem Kaninchen keinen Kaninchenpartner geben will sollte auf die Haltung von Kaninchen lieber verzichten! Einzelhaltung von Kaninchen ist eine leider noch weitverbreitete Tierquälerei. Unverträgliche Kaninchen gibt es fast nie, nur
unzureichende Haltungsbedingungen wie zu kleine Käfige. Bei einer artgerechten Haltung ist mindestens ein Partner und ein großes Gehege eine Grundvoraussetzung.Kaninchen die ein Zuhause suchen Buchtipp: Ruth Morgenegg - Artgerechte Haltung ein Grundrecht auch für (Zwerg-)Kaninchen, tb-Verlag, 196 Seiten, gebunden, fadengeheftet, ca. 100 Farbfotos, Format: 16,8 x 22,5 cm, ISBN 3-9522661-1-6 (neu), Preis Stand 09/2003 22 Euro Aus dem Inhalt:
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